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Welche Essstörungen gibt es denn jetzt eigentlich?

  • praxishaemmerle
  • 27. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit


Mehr als wir denken tatsächlich. Wir kenne oft nur die „typischen“ Formen wie Anorexia

nervosa (Magersucht), Bulimia nervosa (Bulimie) oder Binge-Eating-Störung.

Mittlerweile gibt es jedoch weit mehr Formen wie z.B. ARFID (Avoidant/Restrictiv food

Intake Disorder), OSFED/UFED , Orthorexie oder Biggerexie.


In diesem Blog möchte ich Euch die Unterschiede erklären bzw. Euch über die Formen

aufklären. Falls Ihr nicht ganz sicher seid ob, und wenn ja, welche Essstörung ihr den haben

könnt.


Anorexia nervosa – auch genannt Magersucht

Hier besteht eine ausgeprägte Angst Gewicht zuzunehmen. Deshalb sparen sie extrem an

Essen, bzw. Kalorien aufzunehmen, treiben exzessiv Sport auch wenn sie bereits im

Untergewicht sind. Sie sehen sich nicht realistische im Spiegel – im sinne einer

Körperwahrnehmungsstörung. Auch wenn sie bereits sehr dünn sind sehen sie sich im

Spiegel als „dick“


Bulimia nervosa – Bulimie oder auch ESS-Brech-Sucht

Kurz gesagt wird hier in kurzer Zeit sehr viel gegessen mit dem Gefühl keine Kontrolle mehr

zu haben. Aufgrund der negativen Gefühlslage nach dem Essanfall (Schuldgefühle, Scham)

wir versucht dass Gegessene wieder loszuwerden. Dies geschieht oft durch selbstinduziertes

Erbrechen. Ebenso können Gegenmaßnahmen wie exzessiver Sport, Missbrauch von Abführ-

oder Entwässerungsmitteln oder Fasten angewendet werden – meist bei Normalgewicht und

starker Angst vor dem „Dick werden“.


Binge-Eating-Störung

Auch hier gibt es Essanfälle mit Kontrollverlust. Im Gegenzug zur Bulimie gibt es keinen

„Ausgleich“. Also kompensatorische Gegenmaßnahmen – deshalb kommt es hier oft zu

Übergewicht oder Adipositas und Scham- und Schuldgefühle sind stark ausgeprägt.


Im Folgenden erkläre ich Euch weitere anerkannte Essstörungen:


ARFID (Avoidant/Restrictive Food Intake Disorder

Manche Menschen essen sehr einseitig oder vermeiden viele Lebensmittel, ohne dass es

primär ums Gewicht geht. Hier geht es eher um Ekel, sensorischer Abneigung oder Angst vor

körperlichen Folgen des Essens. Es kann dadurch zu erheblichem Untergewicht,

Nährstoffmängel und sozialen Einschränkungen kommen.


OSFED/UFED (andere spezifische oder nicht näher bezeichnete Essstörungen)

Es gibt Mischformen, bei denen Symptome von Anorexie, Bulimie oder Binge-Eating-Störung

auftreten, die Kriterien nicht vollständig erfüllen aber dennoch klinisch bedeutsam sind.

Sonderformen:


Orthorexie

Keine offizielle Diagnose, aber als problematisches Essverhalten beschrieben. Diese ist von

dem Zwang geprägt ausschließlich „richtig“ bzw. „gesund“ zu essen. Der Alltag, soziale

Kontakte und die psychische Gesundheit können massiv beeinträchtig sein, wenn immer

strengere Regeln und Verbote rund um Essen entstehen.


Biggerexie (Muskelsucht)

Ebenfalls keine klassische Diagnose im engeren Sinne, aber verwandt mit

Körperbildstörungen und übermäßig kontrolliertem Ess- und Trainingsverhalten. Besonders

bei jungen Männern steht die Überzeugung im Vordergrund, zu wenig muskulös zu sein,

wodurch extreme Diäten, übertriebener Sport und ggf. Einnahme von Substanzen zur

Muskelzunahme auftreten.


Wer sich irgendwo in den Beschreibung wiederfindet oder bereits von seiner Essstörung

weiß – bitte holt Euch Hilfe.


Eine Essstörung ist eine Ernst zu nehmende Erkrankung die Deinen Körper schwer mitnimmt.



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