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Ein typischer Tag mit Magersucht

  • praxishaemmerle
  • 20. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit

"Schlechte Nacht heute – die Hüfte schmerzt weil ich zu lange darauf gelegen habe und Kopfschmerzen habe ich auch. Erst mal Toilette und dann direkt zur Waage dass ich auch wirklich leer bin. Geil – weniger als gestern – „das wird ein guter Tag“ – da kann ich direkt das Frühstück ausfallen lassen weil das Adrenalin kickt. Wobei ich ja eh schon seit Monaten nicht mehr frühstücke. Aber mir geht’s gut – ich könnte Bäume ausreißen. Da stellt sich mir jedoch die Frage – was esse ich denn heute wenn ich nicht frühstücke? Da könnte ich ja mehr essen? Richtig geiles Essen – Kässpätzle mit Schnitzel, Spaghetti, Steak mit Kartoffeln… mir läuft schon richtig das Wasser im Mund zusammen…


Dann der Gedanke – ne ne – Du bist fett genug das gibt es heute nicht – wenn ich es heute schaffe nichts zu essen kann ich mir ja morgen was gönnen?

Ich backe jetzt erst mal einen Kuchen für die anderen danach schaue ich weiter. Der Kuchen schaut super aus – aber ich probiere nicht mal ein kleines Fitzelchen davon. Es reicht mir wenn es der Familie schmeckt.


Jetzt gehe ich einkaufen – das macht auch Spaß die tollen Lebensmittel alle zu sehen und mir vorzustellen wie sie schmecken würden. Es gab mal ne Zeit da habe ich alles gegessen – aber da war ich auch ein schlechter Mensch. Seit ich dünn bin bin ich der viel bessere Mensch. „Was kuckt die denn da so zu mir rüber? Denkt die schlecht von mir? Was ist mit mir verkehrt? Ich weiß schon – ich sehe nicht gut aus und bin auch zu dick. Ich gehe lieber nach Hause.“

Wieder zu Hause ohne Einkauf – ich bin frustriert und schlecht drauf. Ich muss etwas Essen denn mein Magen knurrt unfassbar laut. Ein Jogurt und ein Apfel schaden mit Sicherheit nicht. Gegessen habe ich sofort Schuldgefühle – das musste doch jetzt nicht sein. Jetzt kann ich den ganzen Tag nichts mehr Essen. Ich bin ein schlechter Mensch.

Und trotzdem kann ich den restlichen Tag an nichts anderes mehr als an Essen denken. Es macht mich fertig aber ich kann es einfach nicht sein lassen. Bis ich ins Bett gehe – und dann nicht schlafen. Und am nächsten Tag geht es genau so weiter… ich bin erschöpft…."

 

Wer kenn diese Gefühle und Gedanken? Sie quälen und lassen einen leiden. Du weißt ganz genau dass diese Gedanken Dir selbst schaden – trotzdem sind sie immer in Deinem Kopf.

Versuch Dir Hilfe zu holen und gib nicht auf – es lohnt sich wirklich dafür zu kämpfen wieder Dein eigenes Leben zu leben und nicht das von der Essstörung vorgegebene. Du bist nicht alleine damit – viele kämpfen damit. Deshalb bleib in Kommunikation!


 
 
 

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